Was passiert vor und nach dem Auftritt

Hinter den Kulissen

Endlose Beine

Stelzen

Für eine gelungene Darbietung unseres Marionetten-Theaters sind ein reibungsloser Ablauf und ein Ineinandergreifen aller Ensembleteile unverzichtbar. Um dies zu gewährleisten sind viele, viele Tätigkeiten im Vorfeld der Aufführungen nötig. Deshalb gewähren wir euch hier einen Blick hinter die Kulissen:

Augenscheinlich das Wichtigste ist der Zustand unserer Stelzen. Für den festen Halt der Füße an den Stelzen ist jeder selbst verantwortlich. Denn so unterschiedlich die Beine eines jeden einzelnen sind, so unterschiedlich sind dann auch die Fixiervorrichtungen dafür an den Stelzen – angefangen von Lederriemen über Zurrgurte bis hin zu Klettbändern. Hauptsache es hält!

Neben dem sicheren Halt, muss auch der Gripp am anderen Stelzenende stimmen. So werden die Gummistopfen am „Fuß-Ende“, je nach Verschleiß, jährlich oder alle 2-3 Jahre ausgetauscht.

Kleider machen Leute

Kostüme

Um dann mit den Stelzen die gewünschte Wirkung beim Publikum zu erzielen, müssen auch Kostüme und Requisiten dazu stimmen.

Den in Metern gemessen größten Anteil haben dabei unsere Hosen. Diese wurden in einer Gemeinschaftsleistung von Verwandten und Stelzern entworfen und genäht. Die Oberteile der Stelzengeher und die Marionetten-Gewänder stammen zur Hälfte aus dem Privatbesitz jedes einzelnen (selbst genäht oder selbst bei einer Schneiderin nähen lassen) und zur anderen Hälfte aus dem Kostümfundus der Marktgemeinde Mittenwald.

An dieser Stelle ein herzliches Vergelt’s Gott an die Verantwortlichen der Marktgemeinde Mittenwald, die uns die Kostüme immer wieder als Leihgaben überlassen.



Was passiert vor und nach dem Auftritt

Hinter den Kulissen

Ein schrecklich Ding, das sag ich dir

Ungeheuer

In unseren Reihen befinden sich aber nicht nur „menschliche Marionetten", sondern auch zwei Fabelwesen – ein Drache und ein Greif.

Nebenbei sei erwähnt, dass jene Tiere bei uns keine Namen besitzen. Das hat nun keinen speziellen Grund, aber es ist halt so. „Drache“ und „Greif“ sind einprägsam genug. Unser Drache begleitet uns schon seit dem Jahre 2007. Damals wurde er von einer sehr kreativen und guten Freundin von uns Hochhaxat’n gefertigt. Mittlerweile sind über die Jahre schon diverse zusätzliche Schichten an Pappmaschee und Farbe darüber gepinselt worden.

Denn da wir auf Märkten oder Festen immer nach dem Motto „mittendrin statt nur dabei“ auftreten, kommt es immer zu Kollisionen von „Drache“ oder „Greif“ mit Häuserwänden, Marktständen oder überfrechen Zuschauern. Dabei müssen die beiden dann schon mal Federn lassen.

Im Gegensatz zum Drachen befindet sich der Greif derzeit noch im Original-Anstrich, da er 2017 ganz neu entworfen werden musste. Das Vorgängermodell (anno 2012) war für dichtes Straßengedränge und einfaches Hantieren damit auf den Stelzen leider zu groß konzipiert. So bewaffneten sich im Frühjahr 2017 vier von uns Stelzern mit Hasendraht, Kleister und Farbe und fertigen die neue Greifmarionette – 2.0 sozusagen.

Ein neuer Anstrich

Make-Up

Nicht nur bei den Fabelwesen wird gepinselt. Auch bei den menschlichen Marionetten wird vor den Auftritten ordentlich Farbe aufgetragen.

Damit wird die regungslose Mimik der geschauspielerten Puppen noch mehr hervorgehoben. Dieses Make-Up unterstützt somit zusammen mit der passenden Gestik und Bewegungen die Illusion von leblosen Marionetten.

Die "Kriegsbemalung" wird dabei von einigen künstlerisch begabten Mitgliedern unserer Gruppe bzw. einigen Angehörigen, die für diese Kosmetik ein Händchen haben aufgebracht. Dabei kommt unter anderen Lippenstift, Kajal, Puder, Abdeckstift,Rouge und Pinsel zum Einsatz, um die Gesichtskonturen zu hervorzuheben, rote Bäckchen aufzumalen und die Augen zu betonen. Unserem Berggeist werden zusätzlich noch (oft zur Belustigen der anderen) mit Trockenshampoo die Haare und der Bart grau/ weiß gefärbt.

Nach den Auftritten kommen dann zahlreiche Abschminktücher zum Einsatz, da die Schminke vor allem um die Augen herum sehr hartnäckig sein kann.

Üben, üben, üben

Proben

Vor jedem Auftritt natürlich unverzichtbar sind Proben, Proben und nochmal Proben.

Hier werden die Text-Passagen des Stelzers und Bewegungen der Marionette aufeinander abgestimmt, um die Illusion einer geführten Marionette zu perfektionieren. Über diese Proben holen wir uns ebenfalls die nötige Routine auf den Stelzen, die für ein sicheres Laufen essenziell ist. Geprobt werden unsere Stücke „Das Erzfräulein“ und „Der Zugspitzgeist“.

Beide Theatergeschichten sind Anlehnungen an lokale Sagen aus dem Werdenfelser Land und wurden von einem kreativen Kopf aus unseren Reihen verfasst. Anlässlich unterschiedlicher Engagements werden die Texte auch an den jeweiligen Veranstaltungsort angepasst, um die unterschiedlichen Zuschauer vor Ort miteinbinden zu können.

Wie ihr seht, gibt es abseits von Mittelalter-Markt und Straßenfest immer was zu tun …